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Hallo liebe Leserinnen und Leser,

wieder einmal gibt es einen Angriff der Regierung auf unsere Freiheit und Sicherheit im Internet. Wie schon aus der Überschrift ersichtlich geht es gegen die E-Mail, da diese Möglichkeit der Kommunikation wohl einigen Leuten im Weg ist! Ich baue diesen Artikel auf eine Information von golem.de auf, welche jeden vernünftig denkenden Menschen aufhorchen lassen sollte.

Nehmen wir mal den ersten Abschnitt des Artikels von golem.de, da dieser eigentlich recht harmlos beginnt:

1&1-Vorstand Jan Oetjen macht sich über den E-Postbrief der Deutschen Post lustig. Dieser sei eine 500-Millionen-Euro-Grube unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Aha, der Vorstand von 1&1 also. Einer der schrägen Vögel also, die mit der DE-Mail ein ziemlich nettes Überwachungsinstrument erschaffen haben. Ausgerechnet der Mann macht sich nun über den E-Postbrief lustig? Der sollte besser mal in den Spiegel schauen, denn die DE-Mail ist ein noch viel teureres Grab! Doch schauen wir uns den Text mal weite an, denn das ist schon eine ziemliche Frechheit:

Mit dem E-Postbrief sei es nicht gelungen, “in nennenswertem Umfang Endnutzer oder Firmenkunden zu gewinnen.” Der E-Postbrief habe “jahrelang unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden”.

Ach wirklich? Glaubt der Herr vielleicht, daß das mit seiner DE-Mail besser wird, nur weil sie von unserer Regierung genehmigt ist und nun per Gesetz als sicher bezeichnet wird?? Ich weiß ja nicht, was sich Herr Oetjen da durch die Nase gezogen hat. Irgendwie bin ich mir aber ziemlich sicher, daß das garantiert nichts gesundes war.

Mir ist übrigens auch nicht bekannt, daß die Entwicklung der DE-Mail öffentlich war. Das hat Herr Oetjen wohl im Eifer des Gefechtes vergessen und sich dadurch irgendwie in’s eigene Knie geschossen, ein Eigentor per Elfmeter sozusagen.

Ehrlich gesagt kenne ich niemanden, der E-Postbrief oder DE-Mail einsetzt. Rechtsanwälte z. B. verschicken ihre wichtigsten Unterlagen mit der normalen Post, nur einfache Anfragen oder ähnliches beantworten sie eventuell mit der normalen E-Mail. Warum sollen sie dafür etwas kostenpflichtiges nehmen, es geht schließlich auch anders! Die Leute von 1&1 wollen das doch nur durchsetzen, weil ihnen die kostenlose A-Mails ein Dorn im Auge sind. Das sagt auch der Chaos Computer Club in einer entsprechenden Stellungnahme, die man hier als PDF-Datei herunter laden kann.

 

Die untaugliche und nicht kompatible DE-Mail

Die DE-Mail ist in meinen Augen nur ein weiteres Machtmittel, um uns Bürger noch besser Überwachen zu können. Es ist ja nicht einmal möglich das Ding vernünftig mit PGP zu verschlüsseln, da sie ja unbedingt auf Viren geprüft werden muß. Das ist doch absoluter Unfug, da das sowieso jeder Provider macht. Aber nein, solch etwas Wichtiges wird nur mit SSL/TLS verschlüsselt. PGP ist nicht vorgesehen, sonst kann die DE-Mail ja nicht mitgelesen werden!

Auch ist es nicht möglich, daß man für die DE-Mail einen normalen Mailclient wie SeaMonkey oder Thunderbird verwendet, da sie gar nicht mit der normalen E-Mail kompatibel ist. Noch besser ist jedoch, daß sie nur für Deutschland gilt, an ausländische Behörden kann man sich damit gar nicht wenden. Daran erkennt man auch wieder, wohin die Reise unserer Bananenrepublik geht, nämlich immer weiter zu einem Überwachungsstaat. Aber es dient ja alles nur zu unserem Schutz… oder so.

Die DE-Mail ist dadurch als rechtsgültiges Mittel nicht qualifiziert und es ist jedem von deren Benutzung abzuraten, für wirklich wichtige Dinge nimmt man den normalen Weg über die Post. Da kann man auch eher sicher gehen, daß niemand anderer den Brief mitliest.

Da außerdem nur wenige Provider für die DE-Mail qualifiziert wurden ist ebenfalls ein Mangel, den man nicht akzeptieren kann. Man müßte also dafür extra ein Konto bei einem der derzeitig vier zugelassenen Anbieter eröffnen, was wohl ziemlich wenig zur Akzeptanz der DE-Mail beiträgt. Andere Anbieter haben die Akkreditierung bisher nicht geschafft oder machen erst gar nicht mit bei dem Unfug, was einen ebenfalls zum Nachdenken anregen sollte!

 

Mein Fazit:

Die DE-Mail ist kein vernünftiges Mittel, um mit Behörden zu kommunizieren. Sie ist nicht sicher genug verschlüsselt und nur in Deutschland gültig, wodurch sie zur Kommunikation mit ausländischen Behörden nicht zu gebrauchen ist. Außerdem ist sie kostenpflichtig, wodurch sie als normales Kommunikationsmittel zwischen zwei Personen ziemlicher Unfug ist!

Da sie auch nicht mit einem normalen Mailprogramm wie SeaMonkey oder Thunderbird funktioniert und sich nicht mit PGP verschlüsseln läßt sehe ich nur einen Weg, nämlich den der Einstellung des Produktes DE-Mail. Die DE-Mail ebenso wie der E-Postbrief haben auf dem Markt keinen Wert, da sie von den meisten Bürgern gar nicht akzeptiert wird, wobei viele sie nicht einmal kennen.

Wer kein Internet zuhause hat (da gibt es tatsächlich noch ziemlich viele!), für den haben sich beide Verfahren sowieso erledigt. Es wird wohl kaum jemand so dumm sein und wichtige Dokumente von einem Internetkaffee aus zu verschicken, das Sicherheitsrisiko ist hier einfach zu groß!

Für die zwei oder drei Briefe mit Behörden, die man im Jahr eventuell schreibt sind die DE-Mail und auch der E-Postbrief eine unnötige Einrichtung, wobei ich zur Not den E-Postbrief sogar vorziehen würde! Das beide zu teuer sind steht auf einem anderen Blatt, darum werden sie auch von der Öffentlichkeit weitestgehend ignoriert.

 

Viele Grüße nun aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg

einen schönen Tag wünsche ich euch allen

Mike, TmoWizard Zaubersmilie

CC BY-NC-SA 4.0 Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Computer/Internet, Information, MATRIX=Überwachung, Nachrichten & Politik

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