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Liebe Leserinnen und Leser,

hier kommt schon der nächste Artikel! Ich bin ja leider etwas hinterher mit meinen Artikeln, die Links sind also schon etwas älter. Zwei Artikel von heise online verlinke ich hier wahrscheinlich, wie immer suche ich aber nebenbei noch nach weiteren Informationen. Fangen wir mal mit heise.de an:

Urheberrecht: „Vollkommen aus den Fugen geraten“

Naja, braucht man dazu eigentlich noch mehr Worte? Alleine folgender Absatz bzw. die von mir in fett markierten Sätze sprechen Bände, Zitat:

Die Schutzhöhe sei immer weiter herabgesetzt worden, führte Hoeren aus. Jedes Stückchen Design, jede Software falle laut der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) darunter. Parallel sei die Schutzdauer von zehn Jahren nach Veröffentlichung eines Werks auf 70 Jahre nach Tod des Urhebers ausgeweitet worden. Andererseits kennzeichnete Hoeren die Situation der Kreativen als „extrem schlecht“, obwohl für sie eigentlich das Urheberrecht gemacht worden sei. So könnten die Urheber etwa durch „Buy out“-Verträge quasi entrechtet werden.

Sei es nun ein Journalist oder ein Buchautor, ihr eigenes Werk gehört ihnen praktisch nicht mehr! Als freier Blogger habe ich damit zum Glück kein Problem, meine Texte gehören wirklich mir. Ich bin Urheber dieser Texte, auf meinem Castle hier kann mir das eigentlich niemand streitig machen. Aber selbst mit einfachen Zitaten muß man inzwischen aufpassen, sonst hat man sehr schnell sehr großen Ärger. Ein Journalist hat es da wesentlich schwerer, denn seine Texte gehören ihm ganz einfach nicht mehr!

 

Kollateralschäden

Zitat:

Zugleich warnte Spindler davor, im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen zu nah an die Zugangsanbieter heranzugehen und diese etwa zu Sperren zu verpflichten. Damit wären große Kollateralschäden für alle verknüpft, die im Internet Informationen suchten.

Die Kollateralschäden haben wir doch schon längst in Form von kleineren Suchmaschinen (auch das sind Zugangsanbieter zu den Verlagen!), welche schließen mußten oder eben die Verlage rausgeworfen haben! Allerdings sind hier die Telekom und andere gemeint, wie man hier erfährt:

Bei Rechtsverstößen über WLANs komme man aber nicht darum, dass es „etwas wie eine Störerhaftung gibt“. Drahtlose Surfer müssten daher etwa über die Angabe einer Telefonnummer identifizierbar sein. Die im Raum stehende Unterscheidung zwischen privaten und gewerblichen Hotspot-Anbietern sei zumindest an klare Indizien für derlei Tätigkeiten zu knüpfen.

Es gibt also „so etwas wie Störerhaftung“ und die soll auch beim LSR gelten? Man muß aus dem Grund bei einer Verbindung über WLAN über die Telefonnummer identifizierbar sein? Irgendwie kommen wir hier an einen Punkt, an dem das Ganze LSR zu einem Teil der Überwachungsmaßnahmen hier in Deutschland wird, wie ich es hier in diesem Artikel auch schon angedeutet habe! Einer meiner Leser hat da was von „Verschwörungstheorie“ geschrieben, hab ich nicht anders erwartet:

Hallo Jahn, ich hatte wohl wieder mal recht!

Hierdurch wird es vielen unmöglich gemacht, daß sie z. B. anonym über WLAN mit einem Berater, Rechtsanwalt, Journalisten oder so in Verbindung treten können, ein Whistleblower hat hier praktisch keine Chance!

Weiter im Text, Zitat:

Einig waren sich alle Experten, dass das noch junge Leistungsschutzrecht für Presseverleger im Internet nichts tauge und möglichst rasch abgeschafft gehöre. Dieses schadet laut Steinbrecher dem Wettbewerb der Suchmaschinen „ungemein, bremst Alternativen zu Google aus“.

Wie ich schon weiter oben erwähnt habe ist das ja schon längst passiert, man kann es in diesem Artikel von mir nachlesen! Die „Alternativen zu Google“ gibt es praktisch nicht mehr, wenn man nach bestimmten Verlagen suchen will.

 

Der ist auch gut, Zitat:

Eine „Generalrevision“ des Urheberrechts forderte Philipp Otto, Redaktionsleiter beim Portal iRights.info, um dessen Akzeptanz zu stärken. Dabei müssten die Abgeordneten die „Belange des ganz konkreten Urhebers ganz nach vorne stellen“ und etwa ausloten, unter welchen Strukturen Werkschöpfer agierten und welche Vergütungen sie bekämen. Im Vertragsrecht sprach er sich für eine Erlösbeteiligung aus, nach der 75 Prozent per se an den Urheber fließen sollten.

Belange des Urhebers? Hallo, es heißt Leistungsschutzrecht für Presseverleger! Es ging beim LSR doch nie um die Urheber der Texte, die Verlage wollen einfach noch mehr Geld haben! Sie sehen durch private Blogs und Newsletter ihre Felle davonschwimmen, da sie „das Internet“ einfach noch nicht begriffen haben, wie für unsere ReGIERung ist es auch für die Verleger #Neuland. Die Leute glauben ihnen nicht mehr bzw. wollen eine differenziertere Meinung lesen, nicht den Schmarrn der gleichgeschalteten Presse!

 

Google-Gebühr: Und tschüß Spanien!

Unsere deutschen Verlage haben ja Glück, daß Google hier bei uns nicht so reagiert hat wie in Spanien, Zitat heise online:

Google macht als Reaktion auf eine von den Verlegern durchgesetzte Gebühr seine Nachrichten-Website Google News in Spanien dicht. Da Google News keine Werbung enthalte und dem Konzern entsprechend kein Geld einbringe, sei die neue Abgabe nicht tragbar, hieß es in einem Blogeintrag.

Gerade der letzte Satz bringt es auf den Punkt: Google verdient mit Google News keinen Cent und soll für die kostenlosen Links den Verlagen auch noch Geld in ihren gierigen Rachen werfen! Google News ist ein kostenloser Dienst, bei welchem man sich freiwillig anmelden kann, wenn man dort stehen will. Das kann man auch als Blogger machen, ich habe bisher jedoch darauf verzichtet. Es lohnt sich bei mir nicht, da ich einfach zu wenig Artikel veröffentliche.

Verleger könnten selbst entscheiden, ob ihre Artikel in Google News indexiert würden – und die meisten entschieden sich aus guten Gründen dafür, meint Gingras: Schließlich erzeuge Google News einen Mehrwert für sie, da der Dienst Leser auf ihre Webseiten bringe.

Genau hier ist der Denkfehler bei den Verlagen, denn sie bekommen durch Google News ja Traffic, also Leser! Da hatten die Verlage eine „tolle“ Geschäftsidee, welche sie über die ReGIERung als Gesetz durchgesetzt haben, das würde bei mir dann so aussehen:

Ihr, liebe Leserinnen und Leser, müßt mir ab heute Geld dafür bezahlen, daß ihr meinen von mir freiwillig angebotenen Feed lesen dürft!

Das Ganze ist dermaßen abwegig, das grenzt schon an Idiotie! Es gibt hierzu eigentlich nur noch folgendes zu sagen:

 

Mein Fazit:

Das LSR gehört weg ohne wenn und aber, denn es schadet eigentlich jedem! Wir Blogger müßen mit Zitaten aufpassen, ihr als Leserinnen und Leser könnt mit Newsagregatoren wie Google News nicht mehr viel anfangen und die schuldigen Verlage müßen durch das LSR nun selbst Verluste hinnehmen. Es gibt also nur Verlierer bei diesem Gesetz, die Verlage haben es aber immer noch nicht begriffen!

 

Ich wünsche euch nun eine geruhsame Nacht

Viele Grüße aus der Schreibstube von TmoWizard’s Castle zu Augsburg Schreibersmilie

Y gwir yn erbyn Y byd!

Mike, TmoWizard Zaubersmilie

CC BY-NC-SA 4.0 Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Computer/Internet, MATRIX=Überwachung, Nachrichten & Politik

3 Replies to “#writinghelps: #LSR – Ein Gesetz, das keiner will!”

  1. Naja, „Google verdient keinen müden Cent“ ist auch nicht ganz richtig. Google News bedeutet auch Traffic auf Googles Seiten. Und Traffic bedeutet für Google Möglichkeiten Adwords-Banner einzublenden und dadurch verdienen sie schon. Google News funktioniert nur, weil Verlage Content produzieren. Ohne Verlage kein Google News. Ohne Google News, geringere Adwords Umsätze für Google. Andersrum aber auch: Kein Google News, wesentlich weniger Traffic auf Verlagsseiten –> Rentabilität in Gefahr. Ich denke, es ist ein geben und nehmen. Auch ich denke, dass die Verlage den „Ball flach halten“ sollten. Dennoch muss man halt auch sehen, dass es für Google nicht unbedingt eine Nullnummer ist.
    1. Hallo Raffael,

      erkundige dich noch einmal genauer über das Thema „Google News“! Wo gibt es da Werbung, Adwords-Banner oder ähnliches? Und was heißt hier „Ohne Verlage kein Google News“?

      Jeder kann bei Google News kostenlos seine Website/Blog anmelden, dort findet man nicht nur Verlage. Außerdem ist es doch so, daß die meisten Nutzer über die normale Suche zu den Verlagen kommen, nicht über Google News.

      Bei mir selbst ist nicht einmal das der Fall, denn ich habe von viele Verlagen den RSS-Feed abonniert und das verwalte ich hier mit SeaMonkey. Auch viele andere halten es so, man braucht dann weder eine Suchmaschine und eben auch keinen News-Aggregator.

      Es ist ein absolutes Unding, daß Google hierfür bezahlen soll. Der Witz daran ist ja, daß diese Verlage eben diese kostenlosen Feeds anbieten und bei vielen kann man trotz Bezahlsperre den kompletten Artikel eben in den Feeds lesen, nicht nur den Teaser.

      Klar gibt das Traffic auf beiden Seiten, nur hat Google da nicht wirklich etwas davon. Die Leute gehen schließlich von Google zu den Verlagen, nicht umgekehrt!

      Und noch einmal für dich: Bei Google News gibt es weder Werbebanner noch sonst irgend etwas, womit Google Geld verdienen könnte, wir reden hier nicht von der normalen Suche!

      Hier der Link dazu: Google News

      Mike, TmoWizard

  2. Hallo TmoWizard,
    ich kann deiner Meinung nur zustimmen. Die Verlage sind dumm und wissen nicht was sie tun. Einer meiner ehemaligen Studienkollegen schreibt mittlerweile für eine große deutsche Wirtschaftszeitschrift, welche gerade Ihr Online-Angebot vergrößern wollen.
    Die gehen ohne Sinn und Verstand an das Thema ran. Eine Woche lang wollen sie nur payed-content vertreiben, dann wollen Sie wieder mit kostenlosem Content mehr junge Leute anziehen…
    Die Verlage sind meiner Meinung nach vollkommen in Panik und wissen nicht was sie tun sollen.
    Hoffen wir, dass nicht noch mehr quatsch gemacht wird.
    Gruß
    Christoph

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