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Werte Leserinnen und Leser,

heute ist ein trauriger Tag für mich! Am 20.02.2002 haben Andrea und ich geheiratet, nun muß ich leider mit diesem Datum ohne sie klar kommen. Wir hatten eine schöne Zeit miteinander, aber auch nach unserer Trennung waren wir uns zumindest geistig sehr verbunden. Auch nach unserer Scheidung waren wir noch zusammen auf Festivals und haben auch sonst einige gemeinsame Dinge unternommen, wir waren einfach gute Freunde!

Der plötzliche Tot von Andrea hat in mir eine sehr tiefe Lücke hinterlassen, aber ich erinnere mich auch an viele gute Gespräche mit ihr. Wie hat sie mich doch bewundert, daß ich einfach so aus dem Nichts dieses Blog aufgebaut habe! Wie sehr hat sie sich gefreut, daß ich Tutorials auch für wirkliche Anfänger erstellt habe! Ich kannte mich damals absolut nicht damit aus, ich hab einfach so mit dem Bloggen angefangen.

 

Schluß?

Tatsächlich habe ich nach ihrem Tot daran gedacht, die Pforten zu meinem Castle hier zu schließen! Doch irgendwie hat mir der Gedanke daran nicht gepaßt, das wäre nicht in ihrem Sinn gewesen. Es geht alles immer weiter, auch das Leben. Niemals hat sie aufgegeben, obwohl sie gesundheitlich sehr viele Probleme hatte. Andrea hat auch mich immer wieder dazu motiviert, daß ich weiter mache. Das betraf auch mein Blog hier und deswegen widme ich ihr hier diesen Artikel.

Vor langer Zeit hat mir Andrea ein Buch gegeben, welches ich jederzeit weiter empfehlen kann:

Dale Carnegie: Sorge dich, nicht lebe!

In diesem Buch gibt es ein Gedicht, welches mir nun wieder einfiel. Es war das Lieblingsgedicht von Andrea und ich möchte es gerne mit euch teilen. Das Gedicht stammt scheinbar von dem indischen Dramatiker Kalidasa und lautet wie folgt:

Gruß an die Morgendämmerung

Auf’s Heute richte deinen Blick!
Denn es ist Leben, ja des Lebens Kern.
In seinem kurzen Fluge sind beschlossen
all deines Daseins Wahrheiten und Wirklichkeiten:

Segen des Wachstums,
Ruhm der Tat,
Glanz des Vollbringens.

Das Gestern ist ein Traum nur,
und das Morgen ist Vision.
Das wohlgelebte Heute aber wandelt jedes Gestern in einen Traum vom Glück,
mach jedes Morgen zur Vision der Hoffnung,
drum richte fest den Blick auf’s Heute!
So biet der Morgendämmerung Willkomm.

Andrea hat mir und auch anderen gezeigt, daß man auch als schwerkranker Mensch ein schönes Leben haben kann. Es ist zwar nicht immer leicht, aber es ist möglich. Im Sinn von Andrea wird also auch mein Castle hier weiter Bestand haben, ein Aufgeben hätte sie nie zugelassen! Nicht an das Heute denken, das Morgen ist wichtig. Vielleicht nicht mehr für uns aus der älteren Generation, wohl aber für unseren Nachwuchs.

 

Mein Fazit:

Nicht immer ist der Gedanke an das Morgen schön, vielleicht erlebt man das ja gar nicht mehr. Die Frage ist jedoch, was unsere Jugend davon halten soll. Wo man auch hinblickt hier in Deutschland, der Fortschritt wird immer irgendwie blockiert:

Mobilfunk? Na klar, aber Masten dafür dürfen bei mir in der Nähe nicht stehen!

Schnelles Internet durch Glasfaser? Brauch ich nicht, Hauptsache meine Onlinegames und Pornos laufen flüssig!

Sauberen Strom? Gerne, aber Wind- und Solarkraft brauch ich nicht, bei mir kommt der Strom aus der Steckdose!

Ohne den Fortschritt von Morgen geht das nicht, das betrifft gerade hier in Deutschland leider immer mehr Bereiche. Viele beklagen sich ständig über die Rückständigkeit hier in der BRD, aber gleichzeitig verweigern sie sich dem Morgen!

Andrea hatte ein Lieblingslied, welches irgendwie dazu paßt:

Wir sind hier nicht auf dem Weg in den Himmel, sondern in’s Nirgendwo! Man verweigert sich stur dem Fortschritt und wundert sich dann, wenn man zum Teil um Jahrzehnte hinterher hinkt. Ich bin inzwischen über 50, ich wundere mich da bestimmt nicht mehr! Wo soll der Fortschritt herkommen, wenn dauernd die geldlichen Mittel dafür gekürzt werden und alle dagegen protestieren? Aus dem Grund als Abschluß nun mein eigenes Lieblingslied, wirklich jeder sollte sich den Text mal ganz genau hinter die Löffel schreiben:

Nicht immer ist es leicht, die Wahrheit mit dem Herzen zu sehen und nicht immer macht der Ton die Musik. Nach dem Erkennen der Wahrheit ist es jedoch oft relativ einfach, diese Wahrheit auch zu verarbeiten. Man muß dabei nur auf den eigenen Weg achten, denn der kann auch mal gewaltig am Ziel vorbei gehen!

Y gwir yn erbyn Y byd! Die Wahrheit gegen die Welt!

Auch heute noch gehe ich diesen Weg, Andrea hat ihn mir trotz aller Probleme gezeigt!

Nicht immer hat man es leicht im Leben, aber Aufgeben ist ganz bestimmt keine Lösung!

In diesem Sinne sende ich euch viele nachdenkliche Grüße an das Morgen aus TmoWizard’s Castle zu Augusta Vindelicorum Schreibersmilie

Y gwir yn erbyn Y byd!

Mike, TmoWizard Zaubersmilie

CC BY-NC-SA 4.0 Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Allgemein, Computer/Internet

4 Replies to “Erinnerungen: In Gedenken an meine Ex-Frau Andrea”

  1. Lieber Mike,

    ich finde es ganz toll, dass Dir Andrea über ihren Tod hinaus so viel Kraft und Lebensmut mit auf Deinen Weg gegeben hat. Ich wünsche Dir, dass Dich diese Zuversicht Dein ganzes weiteres Leben hindurch begleitet, anspornt und unterstützt.

    Für Menschen wie uns ist es wichtig, über seine Probleme auch schreiben und sie mit anderen teilen zu können. Bleibe Dir treu, Mike.

    Herzlichen Gruß
    von Gerhard

    1. Hallo Gerhard,

      manchmal ist es wirklich seltsam. Da braucht es das Andenken von Verstorbenen, um einen selbst am Leben zu halten! Andrea und ich waren uns sehr verbunden, auch nach unserer Scheidung. Gerade ihre Art mit ihrer Krankheit umzugehen war bemerkenswert, ein Beispiel von innerer Stärke!

      Das hat nicht jeder, vor allem bei uns Männern vermisse ich diese innere Stärke oft. Ich selbst bin ja Kummer und Sorgen gewohnt, da ich einige Schicksalsschläge hinnehmen mußte. Ich verarbeite das auf meine Art, wodurch ich aber auch zum Einzelgänger wurde.

      Über meine Probleme schreibe ich ja eher selten, das ist irgendwie nicht so mein Ding. Manche Menschen können das, aber ich lenke mich beim Schreiben lieber ab und denke an was anderes. Das ist zwar auch nicht immer einfach, aber in all den Jahren habe ich mich inzwischen daran gewöhnt.

      Viel Lesen und Schreiben kann einem oftmals helfen, daß man ein persönliches Tief überwindet. Hier ist so ein Blog wie mein Castle eine gute Hilfe, da man bei der Recherche wirklich sehr viel lesen muß! Das größte Problem dabei ist die Neutralität, besonders für ein Blog wie meines.

      Andrea hat das ja auch öfter versucht, aber mit dem Schreiben hatte sie es irgendwie nicht so. Ihre Kreativität war mehr bei der Graphik zu finden, sie konnte wirklich sehr gut zeichnen! Bei meinen Artikeln wünsche ich mir oft, daß ich sowas auch kann. Zwischendurch ein Bild im Artikel würde oft nicht schaden, gerade bei längeren Artikeln.

      Ja, Andrea hat mir immer sehr viel Kraft gegeben. Sie wäre bestimmt sehr enttäuscht, wenn ich wegen ihrem Tod nun mit dem Bloggen aufhören würde! Viele Menschen finden das seltsam, aber auch nach unserer Scheidung waren wir uns immer noch sehr verbunden. Ich werde sie noch lange vermissen!

       

      Viel Grüße nun aus Augsburg

      Mike, TmoWizard

    1. Liebe Gabi,

      verzeih bitte die späte Antwort! Leider habe ich derzeit einige Probleme, um die ich mich derzeit kümmern muß. Es klappt halt nicht immer alles so, wie man es gerne hätte.

      Mit dem Genießen ist es nicht immer einfach, man versucht es eben soweit wie möglich. Wenn die Gesundheit halt nicht mehr ganz mitmacht ist das manchmal allerdings nicht immer einfach, wenn dann noch verschiedene Schicksalsschläge dazu kommen wird es noch schwerer!

      Liebe Grüße nun aus Augsburg,

      Mike, TmoWizard

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